Schopflocher Holzofenbrot & Luther

Unsere Backaktionen regten Frau Pfarrerin Kleinknecht-Wagner aus Tettnang zu einem Text über ein Luther Wort an.

Rechtzeitig zum Reformationsjubiläum wurde dieser Text in einem Heft des Evangelischen Kirchenbezirks Ravensburg veröffentlicht.

„Gott – ein glühender Backofen voller Liebe..“

Martin Luther war ein begnadeter Redner und war bekannt für seine Vorträge und Predigten. Er redete Klartext und immer ging es ihm darum, von Gott, für alle verständlich zu sprechen.

In seinen berühmten Invokavitpredigten, mit denen er im Frühjahr 1522 die Wittenberger Unruhen beendet hat, antwortete Luther auf die gewaltvollen Taten allein mit Worten – gemäß dem reformatorischen Grundsatz „sine vi sed verbo“ – „ohne Gewalt allein durch das Wort“.

Von Luther lernen, heißt, das Vertrauen auf die Wirksamkeit der Sprache und der Predigt zu setzen. Von Luther lernen, heißt auch, dass die Worte des Glaubens die Lebenswelt der Hörer aufschließen müssen. Die Invokavitpredigten sind ein Zeugnis davon. Sie haben bis heute nichts an Bilderreichtum und Sprachkraft eingebüßt.

Mit seinen Predigten berührt er die Herzen der Hörer und spricht in der siebten von insgesamt acht Predigten von

„Gott als einem glühenden Backofen voller Liebe, der von der Erde bis an den Himmel reicht.“

(aus Martin Luther , Ausgewählte Schriften,  Insel Verlag, 2.Auflage 1983, Bd 1, S.301-303)

Ein Bildwort, welches Gottes Wesen in seiner Größe und Ambivalenz von Anziehung und Macht beeindruckend beschreibt.

Denn Gottes Liebe können wir uns gar nicht heiß genug vorstellen. Sie ist voller Leidenschaft.

Wie man sich an einem Backofen wärmen aber auch verbrennen kann. So ist Gott und seine Liebe, sie sind alles andere als harmlos.

Gott ist nicht lieb. Gott ist heilig.

Ihm und seiner Liebe zu begegnen, das hat Folgen.

Das spiegelt sich eindrücklich im Bild des Backofens.

Wenn ich mit einem glühenden Backofen richtig umgehen kann,  wird er mir zum Segen.

Der Brotteig, von Menschen zubereitet, wird in der Hitze des Backofens verwandelt – in einen Genuss, in eine Stärkung für mich und für andere.

So wie der frischgebackene duftende Brotlaib, den man in Scheiben teilt, so ist es  mit Gottes Liebe, die auf Menschen trifft.

Sie verwandelt, sie stärkt, schafft Begegnung und Gemeinschaft.

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