Renovierung Johanneskirche

Mitten in Schopfloch trennt eine scharfe S-Kurve Rathaus und Kirche. Dort, wo heute die Straße verläuft, war früher die Hüle – der Dorfteich. In alter Zeit erstreckte er sicht fast bis zur heutigen Kirche.

1792 erbaute man die Johanneskirche neu. Seit der Renovierung von 1996 leuchtet der Innenraum wieder in der edlen hellen Farbgebung der Erbauungszeit. Kanzel und Kreuz aus dem Barock sowie ein prächtiger WMF-Kronleuchter von 1912 gehören zu den wichtigsten Ausstattungsstücken.

Der ganze Stolz der kleinen Kirchengemeinde aber ist die Orgel von 1809. Erbaut von Johann Victor Gruol d.Ä., blieb sie fast original erhalten.

Als die Gemeinde dieses Instrument erwarb, musste man die Kirche erweitern. Ein Anbau mit Orgel-empore und erhöhter Decke entstand auf der Ostseite.

Doch heute weiß man, dass dieses Fundament nicht auf Fels steht – sondern auf dem Schwemmland der einstigen Hüle! Nach dem trockenen Sommer 2015 gab die Nordost-Ecke der Kirche den Bodensetzungen nach – in nur acht Wochen taten sich zentimeterbreite Risse in den Wänden auf, quasi aus dem Nichts.

Eine Außenrenovierung der Kirche war gerade in Vorbereitung. Diese Aktion war absehbar, planbar und zum Großteil bereits finanziert.

Der Kirchengemeinderat war jetzt alarmiert: Einerseits dokumentierte man täglich die sich verbreiternden Risse, andererseits musste man mit den Architekten möglichst rasch einen Rettungsplan erarbeiten und bezahlbare Sofortmaßnahmen ergreifen.

– Eine Bodenuntersuchung brachte den „Schwemmland-Befund“. Einzige Lösung:

die Ertüchtigung und vorsichtige Anhebung des Untergrundes durch gezielte Injektionen unter das Fundament. Problematisch (und daher ein Kostenfaktor) ist die geringe Verkehrsfläche um die Kirche: das Gräberfeld reicht nahe an die Kirche, die Wege sind schmal …

– Laut Gutachter tragen auch die Bäume neben der Johanneskirche zur Austrocknung bei. Nach raschem Beschluss der zuständigen Gremien der Gemeinde Lenningen fällt der Bauhof die Bäume. Eine geeignete Neubepflanzung ist nach dem Abschluss der Baumassnahmen geplant.

Weitere Sofortmaßnahmen:

– Abstützung der Rundbogenfenster im Setzungsbereich, um hier Schäden an der Verglasung zu verhindern.

– Abstützung der Orgelempore, nachdem eine Untersuchung der Bodenplatte ergeben hat, dass dies statisch möglich ist.

– Klangdurchlässige Abdeckung der großen Pfeifen hinter dem Orgelgehäuse, die frei im Raum stehen, damit keine Putzbrocken von der Decke auf die Pfeifen fallen können und das denkmalgeschützte Orgelwerk beschädigen (Eigenleistung).

– Provisorisches Verputzen der Risse vor dem Winter 2015, um Frostschäden durch eindringendes Wasser zu verhindern (Eigenleistung).Im Winter 2015/2016 wurden die Baumaßnahmen aktualisiert in Abstimmung mit Architekten, Oberkirchenrat und Amt für Denkmalpflege.

Den veranschlagten Kosten von 243.000 EUR stehen Zuschüsse und Rücklagen in Höhe von 203.000 EUR gegenüber. Die Kirchengemeinde mit 400 Gemeinde-gliedern in einem Flecken mit 700 Einwohnern muss eine Finanzierungslücke von 40.000 EUR schließen!

Diese schier überwältigende Aufgabe hat uns in Schopfloch aber auch gute Erfahrungen gebracht:

Eine Solidarisierung mit „Johannes“, über die Grenzen von Kirchenzugehörigkeit, Konfession, persönlichen Erfahrungen etc. hinweg.

Konzerte in der Kirche und im Flecken, Brotbackaktionen, Aktionen beim Schopflocher Scheunen-sommer, bei Märkten, Ideen und tatkräftige Umsetzung von den Schopflocher Vereinen (z.B. Spendenlauf 2017), die Homepage zur Renovierung mit Handy-Klingeltönen der Schopflocher Orgel …

In zwei Jahren kamen so bereits 13.000 EUR zusammen. Danke!

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung. Entdecken Sie unsere Johanneskirche als Kleinod auf der Schwäbischen Alb und seien Sie in Schopfloch herzlich willkommen!

FUNDAMENT

Durch eine Injektion mit Zweikomponenten-Kunstharz wird die Stabilität des Fundamentes wieder verbessert.

Freilegung des Betonfundaments, das 1996 eingebaut wurde.

Entfernung der nicht mehr funktionstüchtigen Dränage.

ORGELEMPORE

Sanierung der Beschädigungen von Putz und Mauerwerk im Innenraum im Bereich der Orgelempore, die durch die Setzung des Fundamentes entstanden sind.

FASSADE

Entfernung des sogenannten Sanierputzes der Renovierung von 1996 bis zur Unterkante der Fenster.

Neuer Putz in mehreren Schichten, da der Putz teilweise über 4 cm Dicke hat.

Neuer diffusionsoffener Farbanstrich der gesamten Fassade.

TURM UND DACH

Neuanstrich diffusionsoffen

Ersetzen von defekten Dachplatten

Ausbessern des Dachfirstes

Ersetzen von defekten Dachplatten

Ertüchtigung einiger Aufschieblinge im Dachgebälk

FlyergesamtRenovierung

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